Die Kraft der Natur
- Petra

- 28. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Vielleicht findest du hier eine Inspiration für dich, wie du in deinem Alltag etwas mehr Achtsamkeit und Selbstfürsorge to go integrieren kannst.
Ich gehe jeden Tag mit unserem Hund Rudi spazieren – für mich eine wundervolle Gelegenheit, um Energie und Kraft zu tanken. In der Natur zu sein bedeutet für mich, ganz in den Moment einzutauchen und diesen mit allen Sinnen zu erleben. Viele Menschen praktizieren Achtsamkeitsübungen oder Meditation zuhause, weil sie sich dort sicher und ungestört fühlen, für mich ist die Natur generell die Umgebung, die mich inspiriert und trägt. Schon bevor ich los gehe, nehme ich mir einen Moment Zeit, innezuhalten und zu spüren, wie es mir gerade geht. Diese kurze Sequenz ist auch für unseren Hund wertvoll, denn in dieser Zeit hat er nochmal Pause, legt sich ab und kommt so ebenfalls zur Ruhe. So können wir gemeinsam innehalten und dann entspannt in den Spaziergang starten. Da Rudi ein aufgeregter Hund ist, der sehr reizoffen und damit auch oft angespannt und gestresst ist, merke ich an ihm sehr genau, ob wir uns beide diese „Check-in“-Zeit genommen haben oder nicht. Ohne diese Zeit startet Rudi häufig gestresst und mit viel zu viel Energie in den Spaziergang, so dass es sich schon aus diesem Grund lohnt, mir das Innehalten vor dem Draußen sein zu erlauben. Unabhängig, ob du einen Hund hast oder nicht, kannst du mal reinspüren, ob so eine „Check-in“-Zeit mit dir selbst eine Idee für deinen Alltag ist, beispielsweise auch morgens nach dem Aufwachen, bevor du so richtig in den Tag startest. Einfach ein paar Minuten für dich reservieren, im Bett liegen, atmen und spüren, wie es dir an dem heutigen Tag geht.
Aber jetzt zurück zum Draußen sein und was das mit Achtsamkeit und Selbstfürsorge zu tun hat. Wenn ich im Wald bin, lenke ich meine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf vier meiner fünf Sinne – Riechen, Hören, Sehen, Fühlen. Das Schmecken lasse ich für mich persönlich weg, aber das kannst du natürlich für dich auch noch hinzunehmen. Während ich durch den Wald laufe, achte ich zunächst auf meine Atmung und lasse diese ruhiger und tiefer werden. Oft lege ich als Unterstützung eine Hand auf meinen Herzraum und eine Hand auf meinen Bauch, um ein besseres Gespür für meine Atmung zu bekommen. Das passiert ganz nebenbei, während ich durch den Wald laufe und mich an der wunderschönen Natur erfreue. Meistens spüre ich schon nach kurzer Zeit, wie viel verbundener ich mich mit mir fühle. Da gibt es gerade keine Ablenkung von außen, keine zusätzlichen Reize, wie z.B. ein Handy, sondern nur mich, meinen Hund und die Natur. Und dann überlasse ich meinen Sinnen die weitere Arbeit, um mich ganz im Hier und Jetzt zu verankern. Was sehe ich um mich herum? Was höre ich? Was spüre ich? Was rieche ich? Gerade jetzt im Frühling, fällt mir die Schönheit und die Kraft der Natur besonders intensiv auf. Ich höre die Vögel zwitschern, vielleicht das Geräusch, wenn der Specht mit seinem Schnabel gegen einen Baum hämmert, das Summen der Bienen, die fleißig ihre Arbeit machen, meine Schritte auf dem weichen Waldboden. Ich sehe die unterschiedlichsten Grüntöne der Blätter an den Bäumen und gleichzeitig noch altes, braunes Laub auf dem Boden. Vielleicht habe ich Glück und ich kann Rehe beobachten, die in der Wiese stehen und ruhig vor sich hin grasen. Ich kann ganz deutlich den Duft des Frühlings riechen, vor allem wenn ich unter einem blühenden Apfel- oder Kirschbaum vorbei gehe und der Duft der Blüten so stark ist, dass ich ihn schon lange vorher wahrnehme. Aber auch der Wald entfaltet im Frühling seinen ganz eigenen, besonders intensiven Duft. Es tut gut, meinen Spaziergang immer wieder mit genau diesen Eindrücken zu füllen. Eine Mischung aus Sinneswahrnehmungen, Atemübungen, Bewegung und doch auch immer wieder kurzen Pausen, die ich mir nehme, um die Natur ebenso zu spüren. Manchmal fasse ich mit meinen Händen Blätter, Nadeln, Zapfen oder Baumstämme an, die mir auf meinem Weg begegnen. Neulich habe ich ausprobiert, was es für eine Wirkung auf mich hat, wenn ich mich einfach mal gegen einen Baum lehne und nach oben in die Baumkronen schaue – ein Tipp einer Freundin. Für mich war das ein noch intensiveres Spüren, was ein Baum für eine Kraftquelle darstellt. Unabhängig von Jahreszeit, Wetter, Temperatur, Wind, Regen, Sonne steht der Baum da, ist tief verwurzelt in der Erde und weitestgehend durch nichts zu erschüttern. Und genau dieses Gefühl hat sich auf mich übertragen, als ich da so an den Baum gelehnt stand – eine tiefe Ruhe und auch eine gewisse Ehrfurcht vor der Beständigkeit der Natur machte sich in mir breit. Letztendlich sind meine Beschreibungen nur eine Momentaufnahme – es kann sich je nach Tageszeit, Jahreszeit und natürlich bei jedem Menschen ganz individuell anfühlen und auswirken. Für mich ist es eine wundervolle Möglichkeit, bei mir anzukommen, achtsam und verbunden mit mir und meiner Umgebung zu sein und dieses Gefühl dann auch mit in meinen Alltag zu nehmen, wenn ich nach dem Spaziergang wieder zuhause ankomme.
Für mich ist das Draußen sein Auszeit, Selbstfürsorge, Pause, Achtsamkeit und ein kleines Abenteuer zugleich. Denn ich liebe es, immer wieder ganz neue Wege auszuprobieren, die kleinsten Pfade im Wald zu wählen, um immer wieder von ganz neuen Eindrücken und Erlebnissen überrascht zu werden. Oft lande ich natürlich in einer Sackgasse, muss umdrehen oder verlaufe mich auch mal. Irgendwie finde ich aber immer wieder zurück und freue mich über meinen Mut, Neues auszuprobieren und mich auf Entdeckungsreise zu begeben. Und wenn ich dann tatsächlich eine neue Runde gefunden habe, hüpft mein Herz vor lauter Freude. Gerade das Ausprobieren oder auch das bewusste Wählen neuer Pfade und Möglichkeiten kann in deinem Leben etwas Wunderbares bereithalten – natürlich kannst du auch dort in eine Sackgasse geraten oder zu vertrauten Strukturen zurückkehren, gleichzeitig hast du aber auch immer die Chance, neue, für dich bereichernde Erfahrungen zu machen.
Und auch oder gerade wenn du vielleicht wenig Zeit für Spaziergänge in deinem Alltag hast – du kannst es auch im Kleinen praktizieren: wenn du einen Garten oder einen nahegelegenen Park hast, setz dich raus, nimm dir einen Moment Zeit für dich und sei neugierig auf die Wirkung, die dein Erleben auf dich hat.





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