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Aufbruch ins Unbekannte - die Motivation für unsere Reise

  • Autorenbild: Petra
    Petra
  • 16. März
  • 3 Min. Lesezeit

Zusammen mit meinem Freund Dennis und unserem Hund Rudi bin ich seit 1. Oktober 2025 für zwei Jahre mit unserem ausgebauten Camper Putzi auf Reisen. Lange haben wir davon geträumt, unsere Wohnung in Regensburg aufzulösen und alles hinter uns zu lassen, lange Zeit schien es unmöglich und jetzt sind wir wirklich unterwegs. Damit ist für uns ein Traum wahr geworden und wir sind dankbar für all die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir bisher sammeln durften.

Aber wie sind wir eigentlich auf die Idee gekommen, diese Reise zu machen?

Anfang des Jahres 2023, Dennis und ich waren erst knapp drei Monate ein Paar, infizierten wir uns beide mit dem Corona Virus. Dennis war nach zwei Wochen wieder gesund, ich erkrankte an Long Covid. Anfangs spürte ich nur etwas Erschöpfung und litt unter Atemnot, da meine Lunge betroffen war. Ich arbeitete zu der Zeit als Sozialpädagogin in einer heilpädagogischen Tagesgruppe im Jugendhilfebereich, war sportlich aktiv, viel draußen mit unserem Hund Rudi und meinem Pferd Haddi. Schnell spürte ich, dass ich so, wie ich vor der Coronainfektion gelebt habe, nicht mehr weiter machen konnte, da mein Körper mir deutlich signalisierte, dass etwas nicht stimmte. Ich wurde krank geschrieben, nichts ahnend, dass sich das die nächsten 1,5 Jahre nicht ändern würde. Mit der Zeit verschlechterte sich mein Zustand zunehmend. Die Lunge erholte sich zwar vollständig, nicht aber mein restlicher Körper. Ich schlief schlecht, erholte mich nicht mehr, auch wenn ich mich ausruhte und die Erschöpfung breitete sich mehr und mehr aus. Nach einiger Zeit folgten die ersten Crashs, ohne dass wir diese als solche erkannt hätten. Mein Körper tolerierte immer weniger körperliche und psychische Belastung und reagierte überempfindlich auf alle Alltagsaktivitäten. Schwindel, tiefgreifende Erschöpfung und Nervenzittern am ganzen Körper folgten und wurden nach jedem Crash schlimmer. Unsere Verzweiflung wuchs, wussten wir doch nicht, was genau mit mir passierte und fanden auch keine Unterstützung bei Ärzten.

Für Dennis, der zu diesem Zeitpunkt im ersten Jahr seines Referendariats als Lehrer war, wurde es zunehmend belastend. Ich konnte nichts mehr zu unserem Leben beitragen, nicht mehr einkaufen, nicht mehr kochen, nicht mehr mit dem Hund gehen, nicht mehr allein zu meinem Pferd fahren, Dennis musste alles übernehmen, zusätzlich zu seinem Job und mich auch noch komplett mitversorgen, da ich bald an die Couch in unserem Wohnzimmer gefesselt war. Ich fühlte mich gefangen in meinem Körper, gefangen in der Wohnung und die Verzweiflung, die Hilflosigkeit, die Traurigkeit, die Frage nach dem Warum und die Ohnmacht, stürzten mich psychisch in tiefe Krisen. Für uns als Paar, aber natürlich auch für jeden Einzelnen von uns, war die Zeit meiner Erkrankung eine massive Belastungsprobe, gerade weil der Gedanke, „was ist, wenn ich nicht mehr gesund werde?“, bedrohlich über uns schwebte.

Da ich den Großteil des Tages auf der Couch lag, unfähig mich mit irgendetwas zu beschäftigen, da mein Körper auch auf kognitive Belastungen mit Crashs reagierte (Lesen, Fernseh schauen, schreiben), blieb mir nur, Podcasts rauf und runter zu hören, weil ich dabei Liegen, die Augen schließen und nur Zuhören musste. Reisepodcasts, vor allem „Frei raus“ und „Off the Path“ lenkten mich von meinem Zustand ab und ließen mich von der Welt da draußen und vom Reisen träumen. Ich erzählte Dennis dann immer begeistert von Menschen, die ihr Leben auf den Kopf gestellt und aufgebrochen sind, um die Welt zu entdecken. Und je mehr wir darüber sprachen, formte sich in uns der Wunsch, auch auf Reisen zu gehen, sollte ich wieder gesund werden. Die Vorstellung daran, wie wir mit dem Camper draußen in der Welt unterwegs sind, neue Orte entdecken, in andere Kulturen eintauchen und neue Menschen kennenlernen, war für mich wie ein Anker, diese Zeit durchzuhalten.

Dennis sagte immer zu mir, wenn ich mal wieder am Boden zerstört war, weil ich gecrasht bin und mehr Rück- als Fortschritte machte: „Wenn du wieder gesund bist, gehen wir auf Reisen und dann stehen wir zusammen mit Rudi oben auf der Trolltunga in Norwegen.“

Und heute?

Heute bin ich gesund. Es war eine harte und lange Geduldsprobe für mich, für Dennis und für uns alle zusammen. Ich habe sehr viel Arbeit in mich selbst reingesteckt, um wieder gesund zu werden und habe heute Long Covid hinter mir gelassen. Long Covid hat mir und uns gezeigt, wie schnell das Leben vorbei sein kann und Träume nicht mehr verwirklicht werden können und dass es darum geht, alles, was wir tun möchten, JETZT zu tun und nichts auf später zu verschieben. Deswegen sind wir auch jetzt unterwegs, erlauben uns die Auszeit, sind viel Draußen, genießen das Hier und Jetzt und feiern das Leben. Wir sind so dankbar, dass wir in diesem Moment all das erleben können, was in der Zeit meiner Erkrankung undenkbar schien.

Wenn ihr Lust habt, freuen wir uns, wenn ihr Teil unserer Reise werdet. Neben den Blogbeiträgen, die auf der Reise entstehen, gibt es über die App Polarsteps ein ausführliches Reisetagebuch mit Fotos, Texten und unserer Route. Hier ist der Link dazu:

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