Das Leben Geniesen - auch mit Schmerzen
- Petra

- 17. März
- 3 Min. Lesezeit
Mach dir das Leben so schön wie möglich – diesen Spruch hat mir meine Oma immer gesagt und ich fand ihn für mich so wegweisend, dass es der Spruch sogar auf unseren Camper geschafft hat. Wenn das Leben mich allerdings herausfordert und das tut es tatsächlich sehr oft, dann fällt es mir schwer, dieses Motto zu verfolgen.
Seit Anfang Juli habe ich mit einer schmerzhaften Sehnenentzündung im Fuß zu kämpfen, die sich unter Umständen sehr lange hinziehen kann – in meinem Fall dauert es inzwischen sieben Monate und ich habe es auf beiden Füßen, so dass ich im Alltag stark eingeschränkt bin. Ich merke gerade, welch wichtige Aufgabe die Füße übernehmen und wie ich das immer als ganz selbstverständlich erachtet habe, mich von A nach B zu bewegen oder zu stehen. Trotz vieler Bemühungen meinerseits, bis zu unserer Reise wieder fit zu werden, dauert die Verletzung auch jetzt noch an und genau deswegen fällt es mir so schwer, mir das Leben so schön wie möglich zu machen, weil ich all die Dinge sehe, die wir gerade nicht machen können, z.B. Wanderungen oder Städte erkunden.
Deshalb sind Gefühle wie Frustration, Wut und Traurigkeit momentan treue Begleiter, aber auch Sätze wie „Warum ist das jetzt wieder so?“ kenne ich nur zu gut. Und gerade deswegen frage ich mich, wie es mir trotz täglicher Schmerzen gelingen kann, das Leben und vor allem auch unsere große Reise zu genießen.
Letztendlich liegt der Schlüssel dazu in mir selbst, wie bei fast allen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Wie sehr schaffe ich es, mich selbst zu lieben und all das zu schätzen, was mir das Leben gerade bietet. Wenn es mir gelingt, mich unabhängig von den äußeren Umständen zu machen, dann kann ich das Leben genauso genießen, nur eben vielleicht etwas anders. Vielleicht steckt genau darin aber auch das Geschenk. Wenn bestimmte Aktivitäten nicht möglich sind, öffne ich mich für Neues. In der letzten Zeit habe ich beispielsweise das Fahrradfahren wieder für mich entdeckt, was ich eine ganze Zeit lang eher ausgeblendet hatte, da ich fast ausschließlich zu Fuß unterwegs war. Ich habe auch gerade mehr Zeit zum Schreiben, was ich auch sehr schätze, weil es für mich eine Möglichkeit ist, das Erlebte zu verarbeiten und auszudrücken, was mich bewegt.
Meine Situation und damit auch die Schmerzen anzunehmen und den Widerstand loszulassen sind zwei weitere Punkte, die mir dabei helfen, Leichtigkeit zu empfinden. Auch das gelingt mir nicht immer – wenn ich es aber schaffe, hat das einen positiven Einfluss auf mein Schmerzempfinden. Im Umkehrschluss habe ich auch festgestellt, dass ich mehr leide, wenn ich in eine Abwärtsspirale aus Widerstand und Frustration gerate. Dann wird alles schwerer, die Schmerzen mehr, das Leiden größer. Inzwischen merke ich schneller, wann ich an solch einen sensiblen Punkt komme und schaffe es häufiger, mit mir selbst liebevoller umzugehen – ein weiterer Schlüssel dafür, glücklich zu sein trotz Schmerzen.
Ich habe in den letzten Jahren viele Erfahrungen mit Krankheiten und auch Schmerzthematiken gemacht und wurde unter anderem von Stephan begleitet, der als Personal Trainer und Sportphysiotherapeut einen sehr ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Stephan hat mich vor unserer Reise in seinen Podcast eingeladen und wir haben vor allem den Umgang mit Schmerz, aber auch den Zusammenhang von körperlichem Schmerz und der Psyche beleuchtet. Wenn du Lust hast, noch etwas tiefer in das Thema einzutauchen, kannst du hier gerne mal reinhören:





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